Martinipreis 2006 an die Initiative "Den Kindern von Tschernobyl"

Veröffentlicht am 13.11.2006 in Allgemein
„Für Erfolg eigentlich Nobel-Preis verdient"

GERMERSHEIM: SPD verleiht Martinipreis

Die weißrussische Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl" und die deutsche Bundesarbeitsgemeinschaft „Den Kindern von Tschernobyl" wurden am Samstag, 11. November, im Hufeisen mit dem Martinipreis der südpfälzischen SPD ausgezeichnet.



Für diesen unglaublichen Beleg von Nächstenliebe hätten Sie eigentlich den Nobelpreis verdient", wandte sich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel an
Dr. Irina Gruschewaja und Burkhard Homeyer, die den Preis entgegennahmen.



„ Gabriel betonte in seiner Laudatio die andauernde Wichtigkeit der Tschernobylhilfe. „Tschernobyl ist kein historisches Ereignis, sondern ein aktuelles Ereignis." 200.000 Kindern ermöglichten die Preisträger in den letzten 20 Jahren einen Aufenthalt in Deutschland; diese Kinder wären die besten Redner für die Laudatio, so Gabriel. Die Hilfe, die „Den Kindern von Tschernobyl" leistet, „übersteigt bei weitem das, was die Staatengemeinschaft an finanziellen Mitteln aufgebracht hat und ist durch nichts zu ersetzen". Mit dem Preis werden Menschen „in ihrem klaren njet zur Atomkraft" unterstützt, sagte Heinz Schmitt, Vorsitzender der SPD Südpfalz. Bei der anschließenden Preisverleihung durfte Homeyer die „Gans - demokratisch" in Form einer Grafik entgegennehmen. Südpfälzer Weine, ebenfalls Bestandteil des Preises, wurden zugunsten der Stiftung verkauft. Gruschewajas Dankesrede bedachte das Publikum stehend mit Beifall. „Für normales menschliches Engagement gab es keine Gnade", schilderte sie die Situation in Weißrussland, wo auch heute Öffentlichkeit und Betroffene nicht alles erfahren. „Die Stiftung hat den Menschen geholfen aufzustehen. Die Kinder sind die Botschafter für die Demokratie." Das Projekt für die Kinder ist zu einer Brücke geworden. „West und Ost haben plötzlich verstanden: Wir gehören zusammen". Homeyer sieht die Hilfe für Tschernobyl nicht nur als Hilfe für andere, „sondern um unsere gemeinsame Zukunft zu retten". Er zeigte das Zeichen für die Kinder von Tschernobyl - eine Blume überdeckt von dem Symbol für Atomkraft „wie im Kampf miteinander". So lautet sein Wunsch für die Zukunft: „Wir hoffen, dass die Blume einmal wieder voll blühen wird."
 
 

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